Spor Klübü, Berlin, 30. April - 6. Mai 2016

 

If you are dating me, you don't need chemicals. Part 1: Valley of the dolls

 

Niki Elbe, Xenia Fink, Cornelia Renz

 

Welche Abgründe lauern hinter der heilen Fassade? Der zweite Blick erst macht das Monströse evident, das den Betrachter fesselt und ihn zugleich in eine Sphäre entführt, wo Libido und Panik, Sentimentalität und Schrecken, das Unschuldige und das Abgebrühte eine unheilige Allianz eingehen. “If you are dating me, you don’t need chemicals“ ist eine Ausstellungsserie, die die Schnittmengen der drei Künstlerinnen untersucht, welche die BetrachterInnen durch ihre klare technische Ausführung in ein Universum eintauchen lässt, welches sie mit Abgründigem und Beunruhigendem konfrontieren. Ihre Heldinnen – im Zentrum stehen oft die ‚Lolitas‘, und ‚Lulus‘ der Literatur, denen in den 1990ern die provokanten ‚Riot-Girls‘ folgten – sind nicht so nett und unschuldig wie sie wirken. Unter ihrem ansehnlichen Äußeren scheinen sich Monster zu verbergen, lauernde Kreaturen, die die männliche Idealisierung der weiblichen Unschuld konterkarieren.

 

„If you are dating me, you don’t need chemicals/Valley of the Dolls“ ist der erste Teil der Ausstellungsreihe. Jede dieser Ausstellungen baut sich um einen Film mit weiblichen Antiheldinnen auf, die sehr wohl „chemicals“ brauchen – so sind die drei Protagonistinnen aus „Valley of the Dolls“ abhängig von ihren ‚Uppers’ and ‚Downers’. Diese sind Variationen eines klassischen Archetyps: des Mädchens von nebenan. Mit unterschiedlichen Strategien – Talent, Sex-Appeal und konventioneller Schönheit – streben sie nach Bestätigung, Freiheit, Liebe und Erfolg. Niki Elbe, Xenia Fink und Cornelia Renz spüren in diesem Stoff die Semiotik des Melodramas und seiner Charaktere auf und destillieren aus seiner Trivialität eine Quintessenz, die beunruhigend alltäglich ist. Die Filmheldinnen kämpfen um Anerkennung. Sie variieren in ihren Mitteln. Sie variieren in ihrem Erfolg. Zum Schluss variieren Sie auch im Scheitern. Aber sie scheitern alle. If I am dating you, I do need chemicals.

 

 

 


Infos zu den Künstlerinnen:

 


NIKI ELBE (1970 geboren in Aachen, lebt und arbeitet in Berlin)

 

Niki Elbe studierte 1991-1998 freie Kunst an der Hochschule für Künste in Berlin und war dort von 1998–2001 Meisterschülerin von Prof. Christiane Möbus. Zu ihren Auszeichnungen zählen: Reise- und Arbeitsstipendium nach Salvador da Bahia, Brasilien, 1999; Reise- und Arbeitsstipendium nach Südafrika, 1999; Atelierstipendium der Karl-Hofer-Gesellschaft e.V., Berlin, 2001-2003; Atelierpreis der Karl-Hofer-Gesellschaft e.V., 2002; 1. Preis Wettbewerb zur Gestaltung der Brandwand Joachimstaler Str. 20, Berlin (mit Felix Müller), 2006.

Sie hatte Einzelausstellungen in der Galerie morgen-contemporary, Berlin, 2014; in der Galerie Morgen, Berlin, 2009; in der Galerie Tinderbox, Hamburg, 2008; im Offenen Atelier Öllermann, Berlin, 2005; im Theater Brandenburg, 2004; im museu de arte moderna, Salvador da Bahia, 1999. Ihre Werke wurden gezeigt in Gruppenausstellungen in der Rathausgalerie Reinickendorf, Berlin, 2015; in der Galerie BADH, Berlin, 2013; im Kunstmuseum Erlangen, 2013, 2012 und 2011; in der Swiss Art Institution, Karlsruhe, 2009; in der Kunsthalle Mannheim, 2007; in der Verena Foundation, Hydra, Griechenland, 2007; am Haus am Waldsee, Berlin, 2005 und 2003; im Haus am Kleistpark, 2002; im Kunstverein Braunschweig, 1998; im Corcoran Museum of Art, Washington DC, 1998.

 

www.nikielbe.com

 


XENIA FINK (1979 geboren in São Paulo, lebt und arbeitet in Berlin)

 

1998-2002 studierte Xenia Fink an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle. Nach ihrem Diplom in Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg 2005 studierte Fink Freie Kunst an der Universität der Künste in Berlin und beendete ihr Studium 2009 als Meisterschülerin. Sie hat 2012 ein Katalogstipendium und 2010 ein Arbeitsstipendium der Kunststiftung Sachsen-Anhalt erhalten, sowie 2011 ein New-York-Stipendium am iscp.

Sie hatte 2015 und 2013 Einzelausstellungen bei Morgen Contemporary, Berlin; 2012 am Instituto Cultural de León, Mexiko; 2011 in der Galerie Schuster, Miami; 2010 in der Galerie Schuster, Berlin und in der Galerie im Volkspark, Halle. Ihre Arbeiten wurden gezeigt in Ausstellungen u.a. in der Fondazione Giorgio Cini, Venedig, als Teil eines Public Art Projektes in Kooperation mit ifa Galerie, Berlin, 2015; Zebra Film Festival, Berlin, Schau Fenster, Berlin, Alter Garnisonfriedhof, Berlin, 2014; bei The Wand, Berlin, Motorenhalle, Dresden, und bei Pierogi, NY, 2013; in der Dezer Schauhalle, Miami, der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, Halle, bei Illuminated Metropolis Gallery, New York, 2012; am iscp, New York, 2011; in der Galerie Schuster, Miami und Berlin, 2009; im Künstlerhaus Bethanien, Berlin, Galerie Neurotitan, Berlin, 2008.

 

www.xeniafink.de

 


CORNELIA RENZ (1966 geboren in Kaufbeuren, lebt und arbeitet in Berlin)

 

Cornelia Renz studierte 1993–98 Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und war dort von 1998–2001 Meisterschülerin von Sighard Gille. Zu ihren Auszeichnungen zählen: Stipendium des Künstlerhauses Schloss Balmoral, 2014; Stipendium des Else-Heiliger-Fonds, 2012; Villa Aurora Stipendium, Los Angeles, 2011; Förderpreis der Schering Stiftung, 2005; Marion-Ermer-Preis, 2001; Graduiertenstipendium des Freistaates Sachsen, 1999; Stipendium der Stiftung Germination, 1998; Schüngel-Preis, 1996.

Sie hatte Einzelausstellungen in der LSD Galerie, Berlin, 2014; bei TS art projects, Berlin, 2013; im Kunstverein Konstanz, 2011; in der Nolde Stiftung, Berlin, 2010; Galerie Anita Beckers, Frankfurt am Main, 2010 und 2007; Kunsthalle Göppingen, 2008; bei Goff & Rosenthal, New York, 2007 und 2005. Ihre Werke wurden gezeigt in Gruppenausstellungen in der Städtischen Galerie Nordhorn; im Kunstverein Bregenz; Kunsthaus Erfurt, 2013; Contemporary Art Center Louisiana, New Orleans; Brevard Art Museum, Melbourne/USA, und Museum Villa Rot, Burgrieden-Rot, 2011; Kunstmuseum Solingen, 2010; Temporäre Kunsthalle, Berlin; Museum Montanelli, Prag, 2009; Berlinische Galerie, Berlin, 2007; Overbeck-Gesellschaft, Lübeck, 2004. Die Künstlerin wird von TS art projects, Berlin, vertreten.

 

www.corneliarenz.info

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© Cornelia Renz